Schwarz auf weiß liegen sie vor dir, die Wahrheiten. Aufs Papier gebannt und mit einer direkten Ansprache, die den Leser in seinen Bann zieht. Schmitts Lyrikband "Die Zeit lief ab und sie träumte von Bonnie & Clyde" bietet auf seinen 91 Seiten mehr als 50 Gedichte, die die Stimmung in klare, deutliche Worte fassen. Es hilft kein Verstecken oder verdrängen. Schmitt bringt die Inhalte mit seinen Formulierungen auf den Punkt. Flüssiger Aufbau und die melodische Sprache machen selbst inhaltlich schwierige Texte zu einem Lesespaß. Vor dem inneren Auge entstehen die Bilder, die der Autor entwirft. Klar, deutlich und ohne zu vertuschen: Klarheit, die man selten findet. (www.literature.de)

Seine Lyrik ist eher Kürzest-Prosa, weil sie vor dem geistigen Auge des Lesers Gestalt annimmt, bildlich wird. Man fühlt sich angesprochen, weil man sich in ihr wiederfindet. Darüber hinaus hält sie einem einen Spiegel vor, zeigt deutlich auf, was wir oft nicht sehen wollen. Wovor wir nur allzu bereitwillig die Augen verschließen, weil es so bequem ist. Andreas Schmitt zeigt schonungslos mit dem verbalen Finger auf die Bigotterie der Gesellschaft.

In sehr offener Wortwahl, dennoch stilistisch sicher - wenn auch grenzwertig. Aber genau das macht ihn aus! Denn nur dadurch bringt er uns das, worauf es im Leben ankommt, nahe und zeigt uns unsere Versäumnisse auf. Er schafft es dabei spielend zu berühren. Was beeindruckend ist: Er bringt alles auf den Punkt, buhlt nicht um die Sympathie seiner Leser und erreicht sie gerade aus diesem Grund. Was mir besonders gefällt ist die Bandbreite des Autors. Er ist abweisend, gefühlsbetont und humorvoll zugleich - halt Mensch. Und dass er es vermag, den Leser mit dem Gefühl zurückzulassen, dass wir alle menschlich sind, sein können, wenn wir die Augen nicht verschließen, vor unseren kleinen Unzulänglichkeiten, die sich in der Gesellschaft zu großen vereinen. Er zeigt,

dass es lohnt, dagegen anzugehen. Das alles in einer Sprache, die lebt ... die fließt ... wie das Leben selbst ... in allen seinen Facetten. Hier ist einer am Werke, der nichts unter den Teppich kehrt, der nichts unausgesprochen lässt. Das macht das Buch lesenswert. (Alisha Bionda, Autorin, Hrsg. und Journalistin, www.media-mania.de)

Der Autor ist ein Erzähler, der das Alltägliche, Unspektakuläre, Gewöhnliche liebt - zumindest zum Anlass nimmt, um daraus klug und treffsicher pointierten Poeme zu verfassen. An jedem Tag, jedem Erlebnis, jedem Ding lassen sich Erfahrungen anreichern, Abenteuer - INSPIRATION. Ich meine, dass bei Schmitt aus manchem Nichts und Unscheinbarkeit Schönes, Heiteres aufscheint. Auch wenn "Father Death" präsent ist. Lest selber! (Raimund Samson, Hrsg. der Zeitschrift herzGalopp, Hamburg)

Gedichte sind überholt. Gedichte kann man nicht verstehen. Gedichte sind überflüssig... Falsch! Zumindest wenn man die Gedichte von Andreas Schmitts "Die Zeit lief ab und sie träumte von Bonnie & Clyde" liest. Alleine schon

deshalb, weil Schmitts Gedichte eigentlich keine Gedichte sind. Es sind Geschichten. Es sind Gedichte, die Geschichten werden, weil man sie vor sich SIEHT. Weil sie einem nicht fremd sind, sondern schildern, was WIR erleben und oftmals nicht sehen wollen. Dabei ist Schmitt gnadenlos ehrlich. Verschönt nicht. Und doch fühlt man sich nicht befremdet. Gerade weil Schmitt vom Alltag erzählt, bekommt man das Gefühl, dass man nicht alleine mit dem Leben ist. Unbedingt lesenswert. (www.autorenbuchhandel.de)

Ein lässiger, spontaner Schreibstil, der Bilder im Kopf des Lesers hinterlässt. So schreibt Schmitt auch auf Seite 69, gefragt nach seiner Kreativität: /Ich denke mir überhaupt nichts dabei. Es kommt einfach so aus'm Ärmel heraus./ Schmitt handelt die Bandbreite des Lebens ab, es überwiegen - wie im richtigen Leben - die angeschlagenen , oft kaputten Existenzen. Werbeslogan: / Gute-Nacht-Geschichten für Schlaflose/. (Jochen König, Hrsg. der Zeitschrift Das Dosierte Leben, Mannheim, www.das-dosierte-leben.de)

 

 

Er (Schmitt) versteht es, das Abgründige im Leben, das so manchen aus der Bahn wirft, gut auszuwiegen, mit einem Funken Vertrauen auf das eigene Glück, dass man es "letztendlich" schaffen wird. Das hinterlässt einen guten Geschmack bei der Lektüre! Der Autor besitzt eine breite Bilderflut, die er loslässt, wenn ihn ein Gedicht ruft (siehe z.B. auf S. 55 ff.: Kriegsgedichte). Was mir am meisten an Schmitts Gedichtband gefällt, ist der starke erzählende Moment. Am hinteren Ende des Buchdeckels angekommen verbleibt der Eindruck einer stetig fortlaufenden Erzählung, ganz so, als handele es sich nicht um einzelne Gedichte, sondern um ein Stück aus einem Guß. Eine kompakte Stimmung wie ein indischer Raga. Man kann einen sehr guten Einblick in eine Gestimmtheit bekommen, jenseits der Worte. Und ist das nicht Literatur? Mittels der Worte hinter die Worte zu kommen? Ich vermute es doch sehr.  (Thomas Stemmer, Nürnberg, www.alternative-art.de)

 

DIE ZEIT LIEF AB UND SIE TRÄUMTE VON BONNIE & CLYDE
Gedichte & Prosa
91 S., 20 x 14 cm, Mohland Verlag, Goldebek, 10,20 €
ISBN 3-936120-04-2
Zu beziehen über: www.buchhandel.de / www.mohland.de
oder den Buchhandel

 

 

Leseproben aus “Die Zeit lief ab und sie träumte von Bonnie & Clyde“ by Andreas G. Schmitt


Outsiders

Fremd, versteckt, gebeugt gegen den Alltag
sitzen sie in abgedunkelten Zimmern
unter kratzenden Wolldecken,
lassen sich von Songs aus dem radio berieseln
& manche von ihnen schreiben Gedichte.

Den Absprung aus der Gesellschaft schaffen,
darum geht es ihnen,
doch manche bleiben auf der Strecke,
in der Mitte & sterben ein langsames Leben.

Sie sind auf der Suche nach Luft zum Atmen,
nach anderen Wegen & manchmal triffst du sie
in Parkanlagen, Hasch rauchend
& Alkohol trinkend,
der ihre verbrannten Seelen kühlen soll.

Sie haben nichts.



Gänsehaut

Du sitzt auf deinem Fußboden,
die Lampe scheint bieder über dich hinweg,
und sortierst die alten Platten.
Hendrix schreit dir direkt vom Cover ins Gesicht,
Cobain wälzt sich rücklings auf dem Podium,
die Füße gen Himmel gestreckt
und der gute alte Lennon klimpert ein letztes Mal
für diese Nacht sein Imagine in die Dunkelheit.

Aber du bist nur noch innerlich ein kleiner Rebell.
Schlurfst zum Kühlschrank, das verdammte Licht
rammt dir Schlitzaugen ins Gesicht. Und alles was dir bleibt
ist ein Beutel der fettarmen und ultrahocherhitzten Milch,
die du in kleinen Zügen langsam in dich hineinkippst.

Diese Gänsehaut, wie damals, sie kommt nicht mehr.

Damals, in den Diskos, als du dein Girl anschreien musstest
um dich mit ihm zu verständigen ...
Zu Hause habt ihr dann die Anlage aufgedreht,
die ganze verdammte Nacht lang, und eure Körper zitterten
im Bass der Boxen.

Heute ist fast nichts mehr geblieben, von damals,
sie haben dich mächtig an den Arsch gekriegt.
Diese verfluchten arbeitsgeilen Motherfucker.

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Der Tod so schwer

 

Er fühlte sich kalt an,

als hätte er gerade in einem Kühlschrank gesessen.

Heute, gegen halb elf, haben sie ihn für tot erklärt,

meinen Grandpa.

Jetzt liegt er hier im Wohnzimmer

und hat nach vier Jahren Koma die Schnauze voll.

Hatte es endlich hinter sich gebracht.

Die beiden Typen vom Beerdigungsinstitut

versuchten, ihm ein weißes Leichentuch anzulegen,

doch er war schon zu steif.

Es schien, als gefiele ihm das Zeug nicht,

und er weigerte sich partout, ein letztes Mal.

So trugen sie ihn aus dem Zimmer,

legten ihn im Flur in den kleinen Sarg

und schraubten den Deckel drauf.

An dem Treppengeländer machten sie schlapp.

Pa und ich gingen raus, packten an und wuchteten die Kiste

in diesen kleinen Bus, der im Hof stand.

Shit, selbst der Tod verlangt dir alles ab.

Er kommt langsam, wie eine vornehme Lady,

krallt sich mit seinen dünnen Fingern an deiner Schulter fest,

während du einen letzten Duft von Liebe versprühst

und ihm irgendwann folgst.

 

 

 

Girlfriends

 

Anfangs schmieden sie große Zukunftspläne

mit dir,

alle Welt scheint in Ordnung

und in glücklichen Nächten

decken sie dich mit Liebesschwüren ein.

Morgens räumst du im Bad dann

ihre Wimperntusche weg,

legst ihren Haargummi zur Seite,

duschst dich und siehst,

wie ihre langen Haare den Abfluss verstopfen.

Nach deinem Job kommst du nach Hause

und findest nichts als einen Abschiedsbrief

auf dem Küchentisch:

Du, es war echt schön mit Dir, aber ich glaub', wir ...

Wirfst ihn in den Müll,

holst dir ein Bier aus dem Kühlschrank

und markierst den Coolen:

Was soll's! Gibt genug von diesen Schlampen ...

Wischst dir einen kleinen Tropfen

neben dem Mund weg

und bildest dir ein,

es sei ein Tropfen der Bierflasche.

 

 

 

Aus: Warum wohnst du in so einer Gegend?

Gedichte und Prosa von Andreas G. Schmitt. Copyright (c) 2006.

ISBN 3-930672-95-2 / Verlag Radu Barbulescu / Alle Rechte vorbehalten.

 

 

Das Klo an der richtigen Stelle

 

 

Das Telefon klingelte und der Typ am anderen Ende stellte

sich mir als neuer Nachmieter vor.

Einige Tage später stand er dann vor meiner Tür. Bodyguard

sei er. Sah aus wie diese braungebrannten Typen, wie du sie in

Scharen an den Stränden von L.A. findest.

Soweit so gut.

Er ging langsam durch meine Bude (es waren nur 29 qm) und

malte unentwegt in seinem Notizbuch rum. Als ich ihn darauf

hin ansprach, erklärte er mir, er müsse sich alles genau

aufzeichnen.

Das Klo, das Waschbecken, die Badewanne, den Herd, die

Spüle und die Räumlichkeiten an sich.

Hätte etwas mit Energien, mit positiven wie auch negativen, zu

tun...

Ich setzte mich aufs Sofa.

Der ausschlaggebende Punkt aber an der ganzen Sache, wäre

das Klo. Er ließ mich wissen, dass es an der richtigen Stelle

sei, da die Klospülung zum Ausgang der Wohnung zeige und

damit die negative Energie nach außen bringen würde.

Damit könne er gut leben.

Dann aber kam er richtig in Fahrt und fing an:

Der Spiegel im Bad hing etwas zu niedrig. Das verursache

einen "abgeschnittenen Kopf", was Kopfschmerzen nach sich

ziehe. Exakt dieses Problem löse auch bei vielen Frauen

Migräne aus, ohne das diese ahnen woher. Aber das sei hier

nicht so wichtig, da er ohne Frau einziehe. Gut.

Er kam mir auch noch mit "zu vielen Türen" (es gab in der

ganzen Bude nur zwei) die fremde aber positive Energien

abhielten. Mit "zu kleinen Spiegeln" im Flur, die dir beim

hineinsehen die Seele "zerschneiden", dem "billigen Fußboden",

welcher dich ewig in der Vergangenheit laufen lässt und den

"viel zu kahlen Wänden", die er noch mit "frohen" Farben

anstreichen müsse.

Aber das Fenster zum Garten raus sei gut. Sehr gut.

Als er sein Wasser intus hatte, gab er mir artig die Hand,

teilte mir mit, dass er nun zu hause berechnen müsste, wo mehr

negative und mehr positive Energie sei, um die Möbel richtig

zu platzieren und ging.

Als ich die Tür hinter ihm schloss, fühlte ich nur noch

Negatives. Alles war einfach negativ. Was ich auch tat.

Ich stellte mich in jede Ecke der Bude. Legte mich aufs Bett,

senkrecht und waagrecht, sogar auf den Fußboden. Ging jedem

Spiegel aus dem Weg, aber es half einfach nicht.

Die blanke Wut kroch in mir hoch. Ich inhalierte pausenlos

den Rauch meiner Selbstgedrehten und bat leise darum, dass es

aufhört.

Aber es wurde nicht besser. Dieser Bastard hatte mir den Tag

versaut und zwar kräftig.

Ich malte mir aus, wie es sei, ihm sein verkorkstes Hirn aus

dem Schädel zu treten, als dass Telefon schrill klingelte und

meine Ex am anderen Ende der Leitung freundlich grüßte...

Aber das, dass ist eine andere Geschichte.

 

 

 

Aus: Warum wohnst du in so einer Gegend?

Gedichte und Prosa von Andreas G. Schmitt. Copyright (c) 2006.

ISBN 3-930672-95-2 / Verlag Radu Barbulescu / Alle Rechte vorbehalten.

Dieser Band vereint mehrere seiner neuen Gedichte und Kurzprosen. In den beiden Genres sticht die Begabung des Autors hervor, der trostlosen Umgebung und dem banalen täglichen Trott, aussagekräftige lyrische und schonungslose erzählerische Sentenzen zu entreißen. Es entstehen Typologien unserer Zeit, wie der Stadtteilpenner, der Literat oder die "Richtigen Männer". Schmitt erzeugt das Bild einer Welt, die von scheinbar grotesken (weil immer noch menschlichen), verwegenen oder verkrachten Männer- und Frauenfiguren bevölkert ist (Plastikpuppe, Künstlerkneipe in Berlin u.s.w.) und im "Kabelsalat" zu ersticken droht. Um einigermaßen geistig gesund zu überleben, hat der Autor aber auch eigene Rezepte: seine angeborene Menschenliebe, gute Musik und, wo es nicht mehr zu gehen scheint, seinen gesunden Humor: "... Kamst zu mir, hast dich aufs Bett gesetzt - / und dieses Lächeln, / kein Wort gesprochen / und doch alles gesagt. // Gingst zur Tür, fiel leise ins Schloss / und weg warst du. / Es war einer der schönsten Momente / und ich hatte nicht viele... " (R.-F. Barth, Verleger)

Gedichte und Prosa steht vorne drauf, doch Schmitt bleibt zumeist in der Prosa. Auch seine Gedichte liebäugeln mit Prosa, sind Prosa. Letztendlich ist es egal. Schmitt haut nicht groß auf die Kacke, bleibt immer nah dran an dem, was allgemein als Leben gilt und zieht einem in manchem Text den Boden unter den Füßen weg (z.B. Stadtteilpenner). Nun mögen manche meinen, dass Undergroundlyrik

immer den Hauch eines Buk hat und von Nichts anderem erzählt als dem, was um uns herum passiert. Aber genau das ist es, was uns am Leben hält. Hier wabert der Geruch der Straße durch die Zeilen, aber auch die Trostlosigkeit des Seins, welches sich jedoch nicht unterkriegen lässt: "Die Materie hat sich längst verabschiedet, / aber ich, verdammt ich bin noch da / und die Zeit ist

vergänglich, / manchmal, / während ich ein neues Schicksal aufbreche / und warte / auf etwas, / das vielleicht nie kommen wird." Danke, Mann, Du hast es verstanden.  (www.jerkgoetterwind.de.vu)

Schmitts 2002 erschienener Gedichtband „Die Zeit lief ab und sie träumte von Bonnie und Clyde“ hat ihm schon so einige gute Besprechungen in diversen Undergroundpostillen eingebracht, und ich denke, das wird mit diesem neuen Buch nicht viel anders werden. Keiner wird eine literarische Revolution erwarten, und die bekommt er auch nicht geboten, dafür aber eine Sammlung von Prosagedichten, die mit wenigen Worten Momente beschreiben, die die ganze Sinnlosigkeit der menschlichen Existenz bloß legen. Texte, die all die Enttäuschungen, den trostlosen Trott, das Ablaufen der Zeit mit einem Schulterzucken quittieren und entgegnen: Ich habs doch von Anfang an gewusst - und dabei doch nicht diesen letzten Funken Hoffnung außen vor lassen, der wahrscheinlich nicht nur den Autor überleben lässt. „Ja, Babe, den richtigen Moment zu finden, /darum und nur darum geht es. // Den richtigen Moment und dir bleibt noch etwas / Zeit.“ Schmitt ist sich der Ambivalenz der Dinge und seines eigenen Lebens bewusst und scheut sich nicht, das dem Leser auch vorzuhalten. Literatur kann eben so einfach und doch so wahr und lesenswert sein, indem sie wie eine Reportage über einen frustrierenden Alltag berichtet. Wie eine Lupe, nichts schönredend.
(Alex Strucken, Neuss, Hrsg. d. Literaturzeitschrift „Vorsicht Schreie)

Menschenliebe, Musik und Humor sind die drei Rezepte des Andreas Schmitt, um in einer mehr und mehr von Ökonomisierungszwängen dominierten Welt aufrecht zu gehen und seine Persönlichkeit nicht nur nicht zu verleugnen, sondern geradezu als Gegenakzent zu setzen. Er ist unbestechlich und hat es nicht nötig, in seiner Analyse den Dingen und der Welt gegenüber etwas zu beschönigen oder gar zu verdrängen. Seine Therapie findet sich dann in hochorigineller Form und voller entwaffnender Pointen. So wird selbst Else Kling „zunehmend attraktiver“, wenn man erst mal „in drei und halb Stunden eine halbe Flasche Jack Daniels und neun Dosen Bier in sich hineinkippt und glaubt, Schokolade rauchen zu können.“ Oder „ein Tastendruck“ auf dem Amt genügte und er war wieder „geschieden“ – das Formular folgt der Realität in deutschen Amtsstuben. Und wir lernen, dass die Rückseite eines tadellos glänzenden Apfels mitunter ganz schön faul sein kann – im wörtlichen wie im metaphorischen Sinn. Literarische Leuchtfeuer zeigen uns den Weg einer unverstellten und doch von uns handzuhabenden Realität. Zwar ist die Grenze zwischen Sarkasmus und Zynismus mithin fließend, doch surft Schmitt grazil elegant darauf – gelegentliche Grenzüberschreitungen sind erwünscht. Entwaffnend!

Ach ja: Für Süchtige: Dies ist schon das zweite Andreas Schmitt-Buch… 

(Jochen König, Hrsg. der Literaturzeitschrift „Das Dosierte Leben“, Mannheim)WARUM WOHNST DU IN SO EINER GEGEND?
Gedichte & Prosa
116 S., 20,5 x 13,7 cm, Radu Barbulescu Verlag, München, 9,90 €
ISBN 3-930672-95-2
Zu beziehen über: www.buchhandel.de /
Radu Barbulescu Verlag, Görzerstr. 105 A, 81549 München, Mail: radu-barbulescu@web.de /
oder den Buchhandel